Sturm ohne Wind - Gedichte - Prosa - Essays - Gespräche
Verlag | Edition Nautilus |
Auflage | 2019 |
Seiten | 560 |
Format | 16,5 x 24,2 x 4,3 cm |
Großformatiges Paperback. Klappenbroschur | |
Gewicht | 1027 g |
ISBN-10 | 3960542127 |
ISBN-13 | 9783960542124 |
Bestell-Nr | 96054212A |
Das umfassende schriftstellerische Werk - endlich in einem Band: Etel Adnan war Poetin und Malerin, Philosophin, Essayistin, Kosmopolitin und eine der wichtigsten Künstlerinnen unserer Zeit. Mit großer Freiheit verwandelt sie Erfahrung und Wissen in poetisches Schreiben, so komplex wie persönlich, so politisch wie visionär. Die hier versammelten Texte, von denen etliche erstmals auf Deutsch vorliegen, geben einen umfassenden Einblick in Etel Adnans universelles schriftstellerisches Werk. Beginnend mit den Ursprüngen ihrer künstlerischen und politischen Auseinandersetzungen in den 60er Jahren, setzt sich Etel Adnan mit den unzähligen Facetten des Lebens auseinander und eröffnet durch ihre Texte eine neue Ebene der Wahrnehmung. Neben den großen Poemen umfasst der Band Prosatexte, Erzählungen, journalistische Arbeiten, philosophische Essays zu Mythos und Kunst, Erzählungen und Interviews - entstanden in Beirut, Paris, Kalifornien oder auf Reisen durch die Vereinigten Staaten, Europa und die arabische Welt. Etel Adnan spricht über die Kriege, an deren Rand sie lebte und deren Auswirkungen sie hautnah zu spüren bekam. Sie reflektiert ihre bildnerische Arbeit. Die Texte eröffnen den Zugang zum Kosmos einer Künstlerin, die fest auf der Erde steht und zugleich zu träumen wagt.»Etel Adnan ist eine der großen Poetinnen unserer Zeit. Sie bildet die Brücke zwischen Poesie und Malerei.« Hans Ulrich Obrist»Etel Adnans Neugier ist grenzenlos und ihre Lust auf das Leben ansteckend und immer wieder überraschend.« Corinna Harfouch
Leseprobe:
Schreiben: der Abdruck des Körpers auf nassem Sand. Der Frühling ist ein Element des Denkens; perfektes Werkzeug. Poesie ist eine Frage von Geschwindigkeit und Zeit, Geschwindigkeit und Zeit. Bei Schlaflosen führt sich das Bewusstsein, wenn alles andere ausgegrenzt ist, selbst an der Nase herum. In solchen Nächten offenbart sich Sprache als unser essenzielles Selbst. In Träumen fliegen wir so schnell, wie wir denken, und wir sind fast glücklich._Wenn der Sturm in Fahrt kommt, fliegen meine Nachbarn, die drei Raben, von der Pinie herunter und spazieren mitten auf der Straße. Einer hinkt. Der kalte Wind rüttelt alles aus seiner Bequemlichkeit. Es ist Zeit abzureisen, den Zug zu nehmen._Die Poesie erfasst das Unsagbare und lässt es ungesagt. Es ist vertraut, anzüglich nah, manchmal überwältigend, so grau wie wolkenverhangener Himmel über melancholischen Bergzügen. Es ist, was es ist, und für alle Zeiten bleibt die Frage nach seiner Natur und warum wir immer noch nach Antwort suchen._ Wir brechen auf, wohin auch immer uns Geschichte führt. Vorausging. Folgte.